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RockSource-Biographie
Kiss
Paul
Stanley (Gesang, Rhythmusgitarre), Gene Simmons (Gesang, Bassgitarre),
Ace Frehley (Gesang,Leadgitarre) und Peter Criss (Gesang, Schlagzeug) überraschten ab 1973 die Welt mit einer völlig neuenArt
der Performance: Gekleidet in Leder-Kostüme aus einem SM-Laden,
maskiert als „Starchild“ (Stanley),„Demon“
(Simmons), „Catman“ (Criss) und „Spaceman“ (Frehley) feuerten sie aus Gitarren kleine Raketenab, spuckten Feuer
und Ketchup und kaschierten damit anfangs kleine musikalische Fehler.
Provokant war auch ihr Logo, das in Deutschland aufgrund seiner
SS-Runen verboten ist. Ihre Musik war dagegen keinesfalls revolutionär,
sie bestand aus einfachem Hard Rock mit klaren Riffs undeinfachen
Lyrics. Dennoch gewannen sie nach den eher unbeachteten LPs „Kiss“
und „Hotter Than Hell“mit dem Hit „Rock And Roll
All Nite“ aus dem 75er Album „Dressed To Kill“
schlagartig an Popularität. Dasdarauffolgende Live-Album „Alive!“
verschaffte KISS dann endgültig den Durchbruch. Es folgten
dieerfolgreichen Platten „Destroyer“, „Rock And
Roll Over“ und „Love Gun“ mit Hits wie „Detroit
Rock City“,„Beth“, „Shock Me“ und
„God Of Thunder“. 1978 befanden sich die Vier auf dem
Höhepunkt ihrer Karriere,man drehte einen Film – hinter
den Kulissen jedoch kriselte es: Criss und Frehley, die bisher zwar
aucherfolgreiche, aber nur wenige Songs beigetragen hatten, fühlten
sich von den Masterminds, FrontmannStanley und Bandleader Simmons,
eingeengt, und forderten nach mehr kreativen Möglichkeiten
undFreiheiten. Man löste das Problem, indem man die Bandmitglieder
je ein Solo-Album veröffentlichen ließ.
Dies hatte wesentliche Auswirkungen auf die Band-Hierarchie: Das
erfolgreiche Album „Ace Frehley“ mitdem Ohrwurm „New
York Groove“ verschaffte Frehley in den nachfolgenden Alben
„Dynasty“ und„Unmasked“ mehr Gesangsmöglichkeiten,
während Peter Criss’ Solo-Album floppte und er sich bis
zuseinem offiziellen Austritt 1980 fortan von einem Studio-Drummer
ersetzen ließ. 1980 schafften KISS mitder Single „I
Was Made For Loving You“ einen Welthit. Peter Criss, der in
den nächsten Jahren weitere erfolglose Solo-Alben veröffentlichte,
wurde durch EricCarr ersetzt, der das Kostüm des „Fox“
erhielt und in den 80ern maßgeblich für den neuen, härteren
undheavy-metal-orientierten Stil von KISS verantwortlich war. Zuvor
jedoch erlebte das Quartett mit derextravaganten Ausnahme-Platte
„(Music From) The Elder“, die zwar von Kritikern gelobt
wurde, einekommerzielle Enttäuschung. Ein weiterer herber Schlag
für die Fangemeinde („KISS Army“) war derAustritt
von Ace Frehley 1982, den die Rivalitäten in Alkohol-Probleme
getrieben hatten, der sich aberbald mit seiner eigenen Band „Frehley’s
Comet“ rehabilitieren konnte. Dem „Space Ace“
folgte Gitarren-Genius Vinnie Vincent, der wie Carr den Umschwung
vom Hard Rock zum„80’s Hair Metal“ der Band mitprägte
und mit dem KISS die Alben „Creatures Of The Night“
(1982) und„Lick It Up“ (1983) veröffentlichte.
Dem
musikalischen Umschwung war dann auch der Umschwung in derPerformance
gefolgt: 1983 legten KISS Make-Up und Kostüme ab. Kurz darauf
wurde der im Umgangschwierige Vinnie Vincent gefeuert, welcher später
die „Vinnie Vincent Invasion“ gründete. SeinNachfolger
für das Album „Animalize“ (1984) war Mark St. John,
der aber aus gesundheitlichen Gründennoch im selben Jahr ausschied.
Ihm folgte bis 1995 Bruce Kulick. Kommerziell waren die 80er Jahre
für KISS keine erfolgreiche Zeit mehr, trotz Hits wie „Heaven’s
On Fire“(1984), „Reason To Live“ (1987), „Crazy
Nights“ (1987) und „Forever“ (1989); Stanley ging
daher 1989auf Solo-Tournee, Simmons hatte sich zuvor schauspielerischen
Tätigkeiten zugewandt. 1991 wurden dieFans erneut erschüttert:
Eric Carr starb am 24. November an den Folgen einer Krebserkrankung.
SeinTalent kann man in dem nachträglich veröffentlichten
Carr-Album „Rockology“ bewundern. Ihn ersetzteEx-Black-Sabbath-
und Alice-Cooper-Drummer Eric Singer für die 90er-Jahre-Alben
„Revenge“ und„Carnival Of Souls“.
1996 taten sich die Originalmitglieder Stanley, Simmons, Frehley
und Criss vor einer triumphalenReunion-Tour wieder in Original-Kostümen
und Maskierung zusammen und veröffentlichten 1998 die CD„Psycho
Circus“. Nun zeigte sich auch das Marketing-Talent von Gene
Simmons: Der KISS-Fan hatinzwischen die Auswahl in Massen von Merchandise-Artikeln,
ob nun Becher, Autos, PC-Spiele oder sogarSärge. 1999 folgte
dann außerdem der Spielfilm „Detroit Rock City“,
der KISS auch filmisch vermarktensollte. 2000 gab KISS bekannt,
man starte nun die letzte Tournee. Die „Farewell Tour“
jedoch wurde voninternen Streitereien erschüttert: Peter Criss
musste durch Eric Singer ersetzt werden
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