16. Dezember 1963 bekommt Billy Gibbons von seinen Eltern zum 14.
Geburtstag eine Gibson Melody Maker und einen Fender Champ Verstärker
geschenkt. 36 Jahre später gilt Gibbons als einer der besten
Rock-Gitarristen des Jahrhunderts und kann auf mehr als 15 Millionen
verkaufter Platten seiner Band ZZ Top zurückblicken. In den
ersten Jahren spielte Gibbons in der 6-köpfigen Band "Moving
Sidewalks" u.a. als Vorgruppe bei der 68er Tour der Jimi Hendrix
Experience. Billy trifft 1969 bei einer Audition in Houston auf
zwei weitere Texaner, den Bassisten Dusty Hill und den Drummer Frank
Beard und stellt fest: "Wir werden ewig als Trio spielen müssen,
weil es niemanden gibt, der so verrückt ist wie wir drei."
1972 schaffte ZZ Top mit einer damals ungehörten Energie-Mischung
aus Boogie, Delta-Blues und Rock den US-Durchbruch: Nach dem Album
"Rio Grande Mud" gehen sie mit den Rolling Stones auf
Tour. Die drei darauffolgenden LPs klettern alle in die Top Ten
und werfen auch den ZZ Top-Klassiker "La Grange" ab. Bis
1977 füllt die Band jedes Stadion, anschließend trennen
sie sich zwei Jahre lang für getrennten Urlaub. In den 80ern
kehren sie mit verändertem Outfit - Rauschebärte und Quäker-Anzüge,
zurück und werden mit dem Album "Eliminator" zur
weltweit führenden Boogie-Rockband. Kurzberockte Mädchen
und knallbunte Hot Rods machen das Trio zu Ikonen des MTV-Jahrzehntes.
1990 leistet sich das Trio mit dem computerlastigen "Recycler"
einen Ausrutschter, was aber die Firma RCA nicht davon abhält,
die Band für 40 Millionen Dollar einzukaufen. "Antenna",
das erste Album bei der neuen Firma 1993, zeigt eine Rückbesinnung
auf die alten Werte, die auch bei dem aktuellen "Rhytmeen" in jedem Song dominieren: Rauher Boogie mit Bodenhaftung, perfekter
Groove-Druck von Bass und Schlagzeug, dazu Gibbons geniale Sustain-Gitarre
und seine unverwechselbare Knarz-Stimme.
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