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(Fast) alles über Saiten

So, hier soll´s nun um´s Grundlegende zum Thema Saiten gehen. Saiten sind wohl das wichtigste, aber auch das am wenigsten beachtetste Bauteil an einer Gitarre. Wenn in irgendeiner Zeitschrift Gitarren, egal ob Akustik-, oder E-Gitarre, getestet werden, ist es eher eine Ausnahme, wenn einmal ein Wort über die Saiten verloren wird, obwohl die Saiten den Ton vorgeben, und im Endeffekt ausschlaggebend für den Klang einer Gitarre sind. Wer´s ausprobieren möchte, kann sich ja mal seine E-Gitarre nehmen, ein paar Akkorde anspielen und das gleiche dann mal mit Nylon-Saiten ausprobieren *gg.


Mit dem letzten, nicht ganz ernst gemeinten, Satz sind wir auch schon mitten im Thema: Welche Saiten gibt´s denn eigentlich? Wir unterscheiden als erstes einmal zwei Grundtypen. Die Stahl- und die Nylon-Saiten. Die beiden haben auf sicher eines gemeinsam: Das Verhalten beider Saiten hängt hauptsächlich von der Dicke/Masse und dem Zug, der auf die Saite ausgeübt wird ab. Da wir uns hier mit E-Gitarren auseinandersetzen, bleiben wir bei den Stahlsaiten. Auf der Zeichnung (Bild 1) sehen wir eine Saite (rot) darunter den Tonabnehmer mit seinen Magnetstäben (Magenta). Das Prinzip dahinter ist recht simpel: Das Magnetstäbchen baut ein dauerhaftes Magnetfeld auf (gestrichelte Linien). Die Saite selbst befindet sich innerhalb dieses Magnetfeldes. Solange sich die Saite im Ruhezustand befindet, ist alles Roger, schwingt die Saite, beeinflusst sie aber das Magnetfeld und der Verlauf der Feldlinien verändert sich entsprechend und in der Spule (blau) entsteht eine Spannung, welche an den Anschlüssen der Spule abgenommen werden kann. Soviel zum Grundprinzip (Damit sollte auch erklärt sein, warum der ganze Spaß mit einer Nylon Saite nicht funktioniert).


Wie oben schon erwähnt, hängt das Verhalten der Saite von Dicke/Masse der Spannung ab. Auf ganz doof heißt das etwa soviel wie: "Je dicker die Saite, oder besser je mehr Masse die Saite hat, desto tiefer der Ton", aber je dicker die Saite, desto unflexibler ist sie auch. Richtig dicke Stahlsaiten wären kaum noch biegbar, was sich extrem auf das Schwingverhalten auswirken würde. Man kann sich in etwa vorstellen, wie sich eine ca. 1mm starke Stahlsaite spielen lässt und wie sich die Fingerkuppen danach anfühlen. Darum bedient man sich hier eines kleinen Tricks: Anstatt eine Saite sonst wie stark zu aus einem Stück zu "ziehen", wird ein dünner Grunddraht mit ein oder mehreren Wicklungen versehen (Bild 2). So bekommt pro cm2 eine Masse, die bedeutend höher ist als einem vergleichbaren "einfachen" Draht. Als Materialien kommen bei heutigen Saiten drei verschiedene zum Einsatz, die da wären: Stahl, Chrom, und Nickel, wobei es sich bei den letzten beiden meist nur um Legierungen oder die Umwicklung handelt. Den verschiedenen Legierungen, bzw. Metallen werden unterschiedliche Eigenschaften zugesprochen. So klingen reine Stahlsaiten wegen ihrer härte sehr hell und metallisch, und sind extrem belastbar. Nickel wiederum ist wesentlich weicher als Stahl und hat somit einen wärmeren Klang, was allerdings auf Kosten der Belastbarkeit geht. Vernickelter Stahl vereint die beiden, indem der Klang weicher ist als bei reinen Stahlsaiten, aber nicht so weich wie bei reinen Nickelsaiten. In etwa gleiches gilt für Chrom-Legierungen. Damit wäre Punkt 1 unserer Gleichung abgeschlossen: Die dünnen Saiten sind aus einem Stück, da Sie für die hohen Töne nicht viel Masse brauchen, die dicken Saiten bestehen aus einem Grunddraht der ein- oder mehrfach umwickelt ist. Punkt 2 ist die Spannung der Saite. Da gibt es eine einfache Rechnung: je höher die Spannung, desto höher Ton. Das kennen wir alle von unseren Mechaniken. Wenn die Saite nicht hoch genug klingt, drehen wir an der Mechanik und verstärken damit den Zug, oder wir lösen den Zug ein wenig wenn die Saite tiefer klingen soll. Des weiteren spielt noch die Länge der schwingenden(!) Saite eine Rolle, d.h. wie weit die Saite schwingt. So schwingen die höheren Saiten nicht so weit wie die tiefen Saiten. Das macht sich leider bei manchen Gitarren bemerkbar, indem die tiefen Saiten ganz gern einmal bei zu starkem Anschlag auf den Stegen ein munteres klappern zum besten geben. Ich selber spiele eine Squire und kenne das Problem nur allzu gut L Das lässt sich aber mit einigen kleinen Tricks ganz gut ausbügeln (Bild 3). Ist nicht unbedingt die eleganteste Lösung aber wirkt.


Die Saiten müssen in regelmäßigen Abständen erneuert werden, wie oft hängt davon ab, wie viel sie bespielt werden, ob sie vornehmlich mit verschwitzten oder trockenen Fingern bespielt werden und zum Grössten Teil vom eigenen Anspruch. Fakt ist aber, dass die Saiten hin und wieder gewechselt werden müssen. Daran führt kein Weg vorbei. Alte Saiten hören sich einfach, na ja, Scheiße an. Welche Saitenstärke man aufzieht hängt dann wieder vom eigenen Geschmack und auch von der zu spielenden Stilrichtung ab. Wenn Ihr die neuen Saiten aufgezogen habt (wie könnt Ihr hier nachlesen), solltet Ihr die Gitarre stimmen und danach die Saiten ein wenig dehnen. Entweder Ihr zieht die Saiten einfach ein wenig "lang" oder Ihr spielt ein paar Akkorde. Dann ist nachstimmen angesagt. Das Spielchen könnt Ihr gut 2-3 mal machen, bevor die Gitarre die Stimmung behält.


   

 kimpel  BluesSource  stevens





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